Bienenhotel, Fühlkästen und Baumkarussells
Im Naturerlebnispark der Jugendherberge „Panarbora“ hatten die Jugendlichen des Walzing Workcamps 2022 die Möglichkeit, mithilfe von Schreinerarbeiten Bienenhotel, Fühlkästen und Baumkarrussells beizusteuern.
Ergebnisse
Bienenhotel bauen
Das Material für ein Holzgestell finden die Jungen und Mädchen auf dem „Bauhof“ der Jugendherberge. Riesige Fichten mussten hier wegen Borkenkäferbefall gefällt werden. Die Stämme waren schon vor ein paar Jahren im Sägewerk aufgeschnitten worden und lagen als grobe Schwartenbretter bereit. Werkzeuge und Maschinen hat Michael Thielen (VSB) mitgebracht, der die handwerkliche Anleitung übernimmt und über die Gefahren im Umgang mit Tauchsäge, Akku-Kettensäge und anderen nicht ungefährlichen Maschinen aufklärt.
Als Erstes müssen die Bretter „besäumt“, d.h. von der Rinde befreit und begradigt werden, bevor sie auf die richtigen Längen gekürzt und dann zu einem Holzständerwerk mit Regalfächern zusammengeschraubt werden. Hört sich nach schwerer körperlicher Arbeit an, aber der Umgang mit dem richtigen Werkzeug lernt sich schnell und macht allen Jugendlichen, ob weiblich oder männlich, großen Spaß.
Weil durch das „Südamerika-Dorf“, unsere Unterkunft, ein Bächlein läuft, kann das mitgebrachte Riedgras darin gewässert und biegsam gemacht werden. Jeder einzelne Riedhalm muss nämlich mit der Gartenschere auf die richtige Größe gekürzt werden, bevor er zusammen mit den anderen Halmen in den angerührten Lehm in den Fächern gesteckt werden kann.
Für weitere Bienenbrutstätten werden Löcher in die Stammabschnitte von alten Pflaumen- und Eichenbäumen gebohrt. Damit sich die Bienen beim Rein- und Rausfliegen nicht verletzen, entfernen die Jugendlichen die Splitter mit Feilen.
Fühlkästen bauen
Der Bau eines in 5 Teilkästen untergliederten langen Holzkastens erledigen die Jugendlichen mit den gleichen Werkzeugen und Maschinen wie beim Holzgestell des Bienenhotels. Nach einigem Hin- und Herüberlegen, wie man das Innere der Kästen uneinsehbar und auch für Kleingetier unzugänglich macht, kam die Idee auf, kaputte Fahrradschläuche zu zerschneiden und als „Vorhänge“ vor die Öffnungen zu schrauben. Solche kaputten Schläuche bekommt man im Waldbröler Fahrradladen geschenkt.
Baumkarussells bauen
Gar nicht so einfach, mittig durch die über 30 cm dicken Baumabschnitte ein Loch zu bohren, macht aber Spaß, mit einem 40 cm langen Holzspiralbohrer im Akkuschrauber zu hantieren. Weil die Metallstangen ein Schraubgewinde haben, können die Baumstammrollen mit Schrauben voneinander abgegrenzt werden, so dass jede für sich allein drehbar ist.
Jetzt, wo die Jugendlichen vom Umgang mit den Sägen und Akkuschraubern ganz angetan sind, wünschen sie sich einen weiteren Arbeitsauftrag, um auch noch die letzten Bretter zu etwas Sinnvollerem als Lagerfeuerholz zu verarbeiten. Da kommt der Vorschlag, den Hängebauchschweinen im Mini-Streichelzoo zwei neue Futtertröge aus Holz zu bauen gerade recht.
Realisiert von den Teilnehmenden des Camps
Entstanden im
mach Grün! Sommercamp „Walzing Workcamp 2022“
vom 25. – 29.07.2022
umgesetzt von VSB gGmbH und GTC Gummersbach GmbH
Junge Ideen für eine grüne Zukunft
Gemeinnützige Projekte, Ehrenamtsinitiativen, öffentliche Versorger, Organisationen oder Kommunen stellen bei mach Grün! reale Nachhaltigkeits-Fragestellungen aus ihrer Praxis. Jugendliche aus den Camps entwickeln zu einer solchen Praxis-Challenge ihre eigenen Ideen und setzen diese um. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Sensibilisierung für die grüne Seite der Handwerksberufe.
Die Praxis-Challenge
Aufgabe 1: Bienenhotel bauen
Dass Wildbienen immer seltener Unterschlupf finden, weiß mittlerweile jedes Schulkind. Große, intensiv genutzte Weideflächen sind keine ideale Umgebung für Wildbienen, weshalb die naturbelassenen weitläufigen Außenanlagen des Naturerlebnisparks eine Oase für Insekten darstellen und mit mehreren Insekten- und Wildbienenhotels zu deren Vermehrung beitragen, erfährt die mach Grün!-Gruppe von Manuela Thomas von der Bergischen Agentur für Kulturlandschaft.
Die Praxis-Challenge
Aufgabe 2: Fühlkästen bauen
Am Rande des Panarbora-Geländes führt der Sinnesrundweg die Gäste durch typisch heimische Geländeerscheinungen. Patrick Mielke (Panarbora) möchte das Naturerlebnis durch einige Stationen bereichert sehen und wünscht sich von den Campteilnehmer*innen Fühlkästen für jüngere Schulkinder, also Holzkästen, in die man nicht hineinsehen, aber hineinfühlen kann, um dann zu erraten, was drin liegt. Das können Eicheln, Blätter, Tannenzapfen, leere Schneckenhäuschen u.v.m. sein.
Die Praxis-Challenge
Aufgabe 3: Baumkarussells bauen
Für ein Naturquiz auf dem Sinnesrundweg wären auch sogenannte Baumkarussells gut: senkrecht aufgestellte Metallstäbe, auf denen jeweils drei drehbare unterschiedliche Baumstammabschnitte aufgefädelt sind. Die unterschiedlichen Baumrinden können ertastet und die Baumarten erraten werden.
Naturfreundehaus Käte Strobel
Panarbora ist ein Naturerlebnis-Projekt des Deutschen Jugendherbergswerkes, Landesverband Rheinland. Getragen vom Jugendherbergsgedanken sind die Förderung der Jugendhilfe, der Jugendbildung, der Heimatgedanke sowie Umwelt- und Landschaftsschutz Zweck des Vereins. Panarbora ist auch außerschulischer Lernort mit Nachhaltigkeitsanspruch. Vom Herzstück, dem 40 m hohe Aussichtsturm, bietet sich neben der grandiosen Aussicht über das Bergische Land die Möglichkeit, die Natur aus einer neuen Perspektive kennenzulernen. Vom Turm gelangt man nämlich auf den Baumwipfelpfad mit seinen Lern- und Erlebnisstationen zur heimischen Tier- und Pflanzenwelt.
Kontakt
Jugendherberge „Panarbora“-Naturerlebnispark
Nutscheidstr. 1
51545 Waldbröl
Patrick Mielke
Mail: naturundumwelt@panarbora.de



























